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Alexander Koch

Ausstellungen

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Die Art, wie ich Ausstellungen mache, entstand in den späten Neunzigerjahren unter dem Eindruck von Kontextualismus und Institutionskritik. Damals begannen wir, künstlerische, kuratorische und theoretische Arbeit miteinander zu verschränken und gesellschaftlich neu auszurichten.
Ich studierte bis 1999 Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und legte dort als erster Studierender in Deutschland mein Diplom als Kurator ab. 2000 gründete ich dann mit Beatrice von Bismarck den ersten Projektbereich in Deutschland, der dieses erweiterte Praxisverständnis in der Lehre umsetzte.

Viele der Ausstellungen, die ich als Kurator verantwortet habe, verstehe ich als Autorenausstellungen: Sie setzen Inhalte und Formen, für die ich einstehe und die meine Handschrift tragen. Dazu zählen Gestures of Disappearance (Leipzig 2002, Bergen und Krakau 2015), Participatory Minimalism (Berlin 2009), Antirepresentationalism (Berlin 2009/2010), Believers (Berlin 2012) und Das Auto Rosi (Berlin 2022).
Bei den Einzelausstellungen der Künstlerinnen und Künstler von KOW war ich in unterschiedlichem Maß kuratorisch beteiligt. Manche dieser Zusammenarbeiten wurden zu Sternstunden, etwa mit Franz Erhard Walther (2010), Arno Brandlhuber (2012), Alice Creischer (2014), Chto Delat (2015), Hiwa K (2016) und Candice Breitz (2017). Insgesamt habe ich an über 100 Ausstellungen mitgewirkt, die meisten davon in den Räumen von KOW. Hier dokumentiere ich eine Auswahl.

2024

Vul|ne|ra|ble

KOW Berlin

Mit Anna Boghiguian, Candice Breitz, CATPC, Alice Creischer, Chto Delat, Clegg & Guttmann, Heinrich Dunst, Anna Ehrenstein & Rebecca Pokua Korang, Sophia Eisenhut & Max Eulitz, León Ferrari, Peter Friedl, Sophie Gogl, Barbara Hammer, Ramon Haze, Hiwa K, Hudinilson Jr., Simon Lehner, Pınar Öğrenci, Mario Pfeifer, Dierk Schmidt, Michael E. Smith, Helena Uambembe, Franz Erhard Walther, Clemens von Wedemeyer, Tobias Zielony, kuratiert von Alexander Koch, Nikolaus Oberhuber und Anna Wlach

Ich wollte eine Ausstellung über Gaza, Zensur, und künstlerischen Widerspruch machen. Aber das war für die Galerie zu viel. Also machten wir eine Ausstellung über Verletzlichkeit, um auf die menschliche Ebene zu schauen, die in den politischen Mühlen zermahlen wird. Die politische Spitze des Themas … weiterlesen

2022

Das Auto Rosi Aber

KOW Berlin

Mit Anna Boghiguian, Candice Breitz, Marco A. Castillo, Alice Creischer, Chto Delat, Heinrich Dunst, Anna Ehrenstein, Peter Friedl, Sophie Gogl, Clegg & Guttmann, Barbara Hammer, Hiwa K, Simon Lehner, Renzo Martens, Oswald Oberhuber, Mario Pfeifer, Santiago Sierra, Michael E. Smith, Franz Erhard Walther, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Und da fällt es also hinein in den Trichter der Bedeutungsproduktion, das Kunstwerk, hinabgezogen vom Prozess der Meinungsbildung in Medien, Politik und Gesellschaft. Immer schneller trudelt es abwärts, das Kunstwerk, hin zu dem einen Punkt am Ende des Sogs, zu dem einen möglichen Ausgang: Da kommt es! Ja, da ist sie! Die Aussage!!

In 2022 haben wir viel davon gehört, was Kunstwerke aussagen, meinen und wollen. Ausgequetscht wie Zitronen sollen sie … weiterlesen

2019

Clegg & Guttmann und Franz Erhard Walther

KOW Berlin

Clegg & Guttmann und Franz Erhard Walther

Menschen brauchen Regeln. Sie zu befolgen ist eine soziale, politische und wirtschaftliche Notwendigkeit. Manche Regeln finden wir gut, andere nicht, wir erfinden sie, biegen und brechen sie. Die drei Künstler, die wir zeigen, haben sich lange schon damit befasst, wie Regeln funktionieren, welche Macht sie über uns haben, und auch, wie man sie besser verstehen, ihnen ein Schnippchen schlagen oder sich neue ausdenken kann. Unterschiedlich sind die drei in der Art und Weise, wie sie Regeln betrachten, formen, verzerren oder auflösen. Gemeinsam ist ihnen die kritische und spielerische Aufmerksamkeit für das, was man als Fallstricke partizipatorischer Kulturen bezeichnen könnte: echte und nur scheinbare Bewegungsfreiheit von Geist und Körper, tatsächliche oder lediglich … weiterlesen

2019

Stadtschlawinereien

KOW Berlin

Mit Alice Creischer, Dierk Schmidt, Michael E. Smith, Brandlhuber+, Larissa Fassler, Adelita Husni-Bey, Peng!, Andrea Pichl, Andreas Siekmann, Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Weekend & Plaste, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Es ist schon zum Verzweifeln. Da erfanden die Menschen Städte, um sicher und selbstbestimmt zusammenzuleben und sich gegen Angriffe von außen zu verteidigen – und heute werden sie im Inneren dieser Städte übertölpelt, entmachtet und weggeschubst. Von neofeudalen Großprojekten, globalen Konzernen, Immobilienspekulantinnen und anderen Trojanern. Ach ja: und die echten Lokalpatrioten, die nationalistischen Straßenkehrer, die schubsen mit.

Die Stadt ist für ihre Bürger nicht mehr sicher. Nicht … weiterlesen

2019

Speaking Images

Fluentum Collection Berlin

Mit Patty Chang, Frank Heath, Hiwa K, Adelita Husni-Bey, Sven Johne, Ferhat Özgür, Stefan Panhans, Martin Skauen, Hito Steyerl, Vibeke Tandberg, Ignacio Uriarte, Katarina Zdjelar, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Die bewegten Bilder – Moving Images – sind das wichtigste Medium der Gegenwart. Videos, Filme, 3D-Animationen, virtuelle Welten, das sind auch die prägenden Formate der zeitgenössischen Kunst. Die politischen Dimensionen des eigenen Lebens, soziale Herausforderungen, alte und neue Grausamkeiten, die großen Fragen danach, wer wir sind und wer wir sein könnten, das alles zeigt sich beispielhaft wie nirgendwo sonst auf den Screens und Monitoren, die dem Wandel der Zeit seine visuelle Erscheinung geben.

Aber die bewegten Bilder zeigen nicht nur – sie sprechen … weiterlesen

2018

Was Euch am Leben erhält, ist, was bei uns zu Asche zerfällt

KOW Berlin

Mit Alice Creischer, Henrike Naumann, Mario Pfeifer, Michael E. Smith, Tobias Zielony, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Aus gegebenem Anlass ändert KOW kurzfristig sein Programm und schaut mit einer Ausstellung auf den Rechtsruck in Deutschland. Die Galerie und die KünstlerInnen möchten damit ein Zeichen setzen in einem Moment, in dem sich das Politische – und für immer mehr Menschen auch der Alltag – in einen Alptraum verwandeln. Wir möchten uns all denen anschließen, die sich dagegen wehren.

In ihren klügeren Momenten kommt die öffentliche Diskussion um die neue Spitze des rechtsradikalen Eisbergs – Chemnitz, Sachsen – zu der Einsicht, dass der soziale Unfriede in seiner neonationalen Gesinnung zwar unerträglich, aber … weiterlesen

Kunstmessen
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Kunstmessen
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Kunstmessen
Kunstmessen
Kunstmessen
Kunstmessen

2010–2016

Kunstmessen

Internationale Kunstmessen

In den ersten Jahren des Galerielebens machten wir alles selber. Oft unter abenteuerlichen Bedingungen. Wirklich gut war, die Messestände als öffentliche Auftritte zu verstehen, als Ausstellungen und als Statements. Unter den Laborbedingungen eines Messestandes kann man mit Konventionen spielen. Wir waren in Basel, Brüssel, Köln, Düsseldorf, London, Madrid, New York, Paris, Turin.

2016

Out Of The Dark

KOW Berlin

Mit Chto Delat, Alice Creischer, Eugenio Dittborn, Heinrich Dunst, Barbara Hammer, Ramon Haze, Hiwa K, Renzo Martens, Chris Martin, Frédéric Moser & Philippe Schwinger, Mario Pfeifer, Dierk Schmidt, Tina Schulz, Michael E. Smith, Franz Erhard Walther, Clemens von Wedemeyer, Tobias Zielony, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Die meiste Kunst bleibt im Dunkeln. Lungert in Depots, liegt in Grafikschränken, genießt Klimaschutz in Freihandelslagern und Museumskellern oder verstaubt auf dem Dachboden. Dann und wann kommt das eine oder andere davon ans Licht, aber gefühlte 90 Prozent öffentlicher und privater Kunstbestände finden sich – meist dauerhaft – hinter Schloss und Riegel.

Das ist bei uns nicht anders. Nur sollte die Kunst, die KOW an drei Standorten und in zahlreichen Festplatten auf dem … weiterlesen

2015

Gestures of Disappearance

Bergen Kunsthall, Norwegen Bunkier Sztuki Krakau, Polen

Mit Arthur Cravan, Lee Lozano, Bas Jan Ader, Chris Burden, kuratiert von Alexander Koch

Es war ein Glücksfall für mich, dass die Kunsthalle Bergen ein ambitioniertes Programm hatte, in dem sie historische Ausstellungen rekonstruierte (Reihe „NO.5“ Danke Martin Clark und Steinar Sekkingstad). Ich wurde eingeladen, meine Ausstellung von 2002, die für mich so wichtig gewesen war, in Leipzig aber nur wenig Publikum hatte, vollständig wiederherzustellen und noch einmal zu zeigen. Die Daten hatte ich noch auf alten DVs – tatsächlich hatte die Ausstellung fast vollständig aus Reproduktionen, Kopien und Texttafeln bestanden. Zu meiner Überraschung sah die Rekonstruktion dann nahezu identisch aus. Von Bergen reiste die Ausstellung nach Krakau. Die räumlichen Voraussetzungen waren sehr anders und so … weiterlesen

2015

Chto Delat: Time Capsule – Artistic Report on Catastrophes and Utopia

KOW Berlin

Kuratiert von Alexander Koch

Die Ereignisse der letzten Monate haben das russische Künstlerkollektiv Chto Delat mit einer veränderten Realität konfrontiert: „Eine neue Kalter-Krieg-Stimmung, die zunehmend hektische Suche nach Feinden, immer drückendere Repressalien gegen alle Andersdenkenden und eine offene militärische Konfrontation mit der Ukraine, die auf beiden Seiten tausende Leben kostet.“(1) Von St. Petersburg aus fragen nun Chto Delat (dt.: „Was tun?“), „was Kunst in einem Moment sein könnte, in dem Politik und Alltagsleben, wie wir sie kennen, zerfallen, (...) das Publikum verschwindet, Aktivistengruppen implodieren und es eigentlich unmöglich wird, noch irgend etwas zu tun“.

Ihr Schluss: „Wir haben verloren. Wir sind Ausgeschlossene … weiterlesen

2012

Arno Brandlhuber: Im Archipel

KOW Berlin

Die Gestaltung sozialer Beziehungen durch Gebautes (= Architektur und Stadtplanung) hat einen eindeutigen Trend: Homogenisierung. Städtischer Lebensraum, der einmal gemeinsam geteilt wurde oder der sich künftig hätte teilen lassen, wird heute in sozialdarwinistische Nischen zergliedert. Auf klar nach Einkommensklassen gestaffelten Stadtinseln versammelt sich seinesgleichen mit seinesgleichen.

In Berlin, wo urbane Heterogenität einmal kennzeichnend war (und sogar Wahrzeichen wurde), zeigt sich die Reorganisation von Stadt besonders deutlich als gezielte Umverteilung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben: Das Zentrum der Hauptstadt besetzt eine betuchte Klientel rings um neue Prestigewohnanlagen und treibt alle, die nicht mehr mitbieten können oder wollen, in Aussenbezirke. Soziale Archipele entstehen … weiterlesen

2012

Believers

KOW Berlin

Mit Alice Creischer, Chto Delat, Barbara Hammer, Frédéric Moser & Philippe Schwinger, Michael E. Smith, Franz Erhard Walther, Tobias Zielony, Zanny Begg, Joseph Beuys, Arno Brandlhuber, Ines Doujak, Philippe Halsman, Adrian Piper, Pussy Riot, Christoph Schlingensief, Andreas Siekmann, Santiago Sierra, Andreas Slominski, Sean Snyder, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Das Recht auf Blasphemie sollte ein Menschenrecht werden. Das Recht auf den Schutz religiöser Gefühle hingegen nicht. Auf solchen Gefühlen herumzutrampeln ist nicht sehr feinsinnig, dass sie aber besonders reizbar scheinen ist kein Verschulden derjenigen, die diese Reizbarkeit nicht teilen.

Ob man sich privat Goldene Kälber hält, ist eines jeden freie Entscheidung. Im öffentlichen Raum aber muss man über sie … weiterlesen

2011

Barbara Hammer

KOW Berlin

Kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Das Werk der Dokumentar- und Experimentalfilmerin Barbara Hammer gilt als eine der ersten und umfangreichsten Darstellungen lesbischer Identität, Liebe und Sexualität.

Im Kunstfeld wurde Hammer bislang noch wenig rezipiert. Film-Retrospektiven im New Yorker MoMA (2010) und in der Tate Modern London (2012) rufen aber nun die 1939 in Hollywood geborene Pionierin des Queer Cinema als eine Künstlerin ins Gedächtnis, die sich dem Feminismus und der homosexuellen Emanzipation ebenso verschrieb wie dem Avantgardekino und der Performance. Anlässlich ihrer achten Teilnahme an den Internationalen Filmfestspielen Berlin zeigen wir Barbara Hammers erste Einzelausstellung überhaupt und legen dabei den Fokus auf die Siebzigerjahre. … weiterlesen

2011

Cady Noland, Santiago Sierra. Social Violence

KOW Berlin

Kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Mit Cady Noland und Santiago Sierra bringen wir zwei Künstler zusammen, die soziale Gewalt nicht als Abkehr von gesellschaftlicher Normalität betrachten sondern als Ausdruck der von uns mitgetragenen normativen Herrschafts- und Wirtschaftsformen: Kapitalismus und Liberalismus. Das macht ihre Kunst für die Öffentlichkeit nicht immer leicht verdaulich.

Noland provozierte bereits in den Achtziger Jahren damit, dass sie den Mythos US-amerikanischer Selbstbestimmung und Freiheitsliebe als imperialistischen Gestus denunzierte. Sierra wurde vorgeworfen, die demütigenden Herrschaftsinstrumente des Kapitalismus um den Preis zu kritisieren, dass er sie in seiner eigenen künstlerischen Praxis lediglich spiegele und die Opfer sozialer Gewalt nun auch noch zu Opfern seiner … weiterlesen

2010

Franz Erhard Walther

KOW Berlin

Kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

Seit Mitte der Sechzigerjahre ist das Werk Franz Erhard Walthers in der Diskussion. Immer deutlicher wird, wie grundlegend sein Beitrag für die Entwicklung eines handlungsorientierten Kunstverständnisses in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war und wie impulsgebend seine Position für nachfolgende Künstlergenerationen weiterhin ist.

Denn dass man Kunst nur anschauen aber nicht anfassen darf, dass also zwischen einem Kunstwerk und unserem Körper, unserem Verhalten, unserer Position und Verantwortung als Akteure im sozialen Raum eine unüberwindliche Grenze liegen soll, reizt immer noch zu Widerspruch. Franz Erhard Walther ist einer der Väter dieses Widerspruchs: Vertreter einer relationalen Ästhetik avant la lettre, die den Werkcharakter der … weiterlesen

2010

„Neue Auftraggeber“ in Frankreich

Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig

Mit Studio Acconci, Steven Gontarsky, Tadashi Kawamata, Michelangelo Pistoletto, Alain Séchas, Xavier Veilhan, Rémy Zaugg, kuratiert von Alexander Koch, Ilina Koralova und Barbara Steiner

Im Jahr 1991 wurde in Frankreich erstmals ein Programm erprobt, das die zeitgenössische Kunst neu in der Gesellschaft verankern sollte: Die „Nouveaux Commanditaires“ („Neue Auftraggeber“). Von dem belgischen Künstler François Hers initiiert, stellt dieses Programm eine Struktur bereit, die es potenziell jedem erlaubt, Initiator und Auftraggeber eines Kunstprojektes zu werden – unabhängig von den eigenen finanziellen Mitteln, von vorangegangenen Erfahrungen mit der Kunst oder von dem Wissen, wie man Kunst eigentlich „produziert“. Seit 1991 wurden mehr als 200 Projekte mit über 1000 … weiterlesen

2009/2010

Antirepresentationalism. Konzeptuelle und gesellschaftlich orientierte Kunst in Leipzig 1997–2009

KOW Berlin

Mit Ramon Haze, Mario Pfeifer, Tina Schulz, Clemens von Wedemeyer, Tobias Zielony, Peggy Buth, Famed, Markus Dressen, Andreas Grahl, Henriette Grahnert, Eiko Grimmberg/ Arthur Zalewski, Mark Hamilton, Ramon Haze, Oliver Kossack, Claudia Annette Maier, Ulrich Polster, Julius Popp, schau-vogel-schau (Marcel Bühler, Alexander Koch), Julia Schmidt, Tilo Schulz, spector cut+paste, Christoph Weber, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

20 Jahre nach Mauerfall rekapituliert die Ausstellungstrilogie die Entwicklung konzeptioneller und gesellschaftlich orientierter Kunst in Leipzig seit Ende der 90er Jahre. Drei aufeinander folgende Ausstellungsteile führen 28 künstlerische und gestalterische Positionen zusammen und setzen Themen, die den gesellschaftlichen Wandel im 2. Jahrzehnt der deutschen Wiedervereinigung kritisch diskutieren. Wir zeigen erstmals einen umfassenden Rückblick auf diesen Teil der jüngsten deutschen Kunst(Geschichte) und versammeln Schlüsselpositionen und -werke.

Die Künstlergeneration, von der die Rede ist, überwindet nicht nur ein Denken in politischen Blöcken, weil sie Ignoranz, ideologische Verbohrtheit und echte Solidarität hier wie dort erlebt. Inmitten des sozialen und kulturellen Umbaus nach der Friedlichen Revolution auf Leipzigs Straßen teilt sie auch die Desorientierung, die verbliebene Hoffnung und die wachsende Skepsis Vieler. Das prägt ihre Arbeit. 1997 resümiert die documenta X Politisierungsbewegungen der Kunst seit den 60er Jahren. Zeitgleich stellt eine jüngere Künstlergeneration die in Leipzig fehlenden Verbindungen zu internationalen (westlichen) Kunstentwicklungen der Nachkriegszeit her und überprüft dabei die Anschlussfähigkeit von Abstraktion, Pop Art, Minimalismus, Konzeptkunst und Institutionskritik an eine veränderte gesellschaftliche Situation. So entsteht eine bemerkenswerte Vielfalt künstlerischer Arbeitsweisen mit gesellschaftskitischer Perspektive, die sich zu keiner lokalen „Schule“ oder einem Stil gruppieren lassen. Dennoch belegen zahlreiche Kooperationen sowohl auf der Diskurs- wie auf der Produktionsebene den Zusammenhalt der Szene über die Jahre.

Drei Ausstellungskapitel betrachten zentrale Themen der Kunst der späten Nachwendezeit aus der Perspektive der Politischen Philosophie Richard Rortys. Rorty unterschied nicht länger zwischen Wirklichkeit und Repräsentation, zwischen der Welt, „wie sie wirklich ist“, und ihrer „bloßen Beschreibung“. Er unterschied stattdessen zwischen solchen Beschreibungen der Wirklichkeit, die ein demokratisches Gemeinwesen und sein Vorstellungsvermögen voranbringen und anderen, die das nicht tun. Da die Lösung gesellschaftlicher Probleme Imagination und Empathie erfordere, statt Wahrheiten, gab Rorty dem Streben nach Solidarität Vorrang vor dem Streben nach Erkenntnis – und politisierte die Philosophie noch einmal radikal. Die Konsequenzen seines „Antirepräsentationalismus“ für die künstlerische Praxis und ihre Rezeption blieben bislang wenig diskutiert.

Teil 1: Politics of Redescription

POLITICS OF REDESCRIPTION, das erste Kapitel unserer Ausstellungstrilogie, zeigt ausgewählte Arbeiten und Projekte, die Geschichte zu einer Frage des Standpunkts machen und zeigen, dass Standpunkte veränderbar sind. Dass sich die Vergangenheit anders darstellt, je nachdem von wo man schaut, macht sie zum Politikum. Die Nachwendezeit ist bis heute eine Zeit der Neubeschreibung des gesellschaftlichen Zusammenhalts nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation. Auseinandersetzungen um den ‚korrekten‘ Blick zurück – etwa auf den DDR-Alltag oder auf das Schicksal des Sozialismus – wollen unterschiedliche Ansichten immer wieder auf eine einzige einschwören. Aber es gibt nicht den einen Blickwinkel, von dem aus die Vergangenheit für alle gleich aussieht.

Folgt man Rorty, sollten wir in konkurrierenden Interpretationen der Geschichte nicht mehr oder weniger ‚treffende‘ Beschreibungen der Vergangenheit sehen, sondern die Hoffnung von Individuen, Gemeinschaften, Nationen, das letzte Wort darüber, woher sie kommen und was aus ihnen vielleicht noch werden könnte, sei noch nicht gesprochen. Hoffnung also, es gebe noch Spielraum für sozialen Fortschritt. Die Ausstellung zeigt Konzepte der Neubeschreibung historischer Ereignisse und ihrer Darstellung als ein wiederkehrendes Thema und Verfahren in der Leipziger Kunst des 2. Nachwendejahrzehnts. Der Blick, den die ausgestellten Werke auf die Vergangenheit richten, sucht nicht nach festem Grund, sondern nach neuen Blickachsen. Er sieht, dass Geschichte erzählt wird und probiert Varianten. Er sieht den Abriss alter Ideologien und Utopien und ihren Wiederaufbau in neuer Wendung. Er blendet Fragen von heute über Antworten von gestern und gewinnt Klarheit aus der Differenz.

Teil 2: Trouble with Realism

Das erste Kapitel unserer Ausstellungstrilogie argumentierte, dass unser Bild der Vergangenheit niemals fertig wird, weil wir diese aus wechselnden Perspektiven immer neu beschreiben. Geschichte ist also flexibel. Der zweite Ausstellungsteil TROUBLE WITH REALISM lässt gleiches für die Wirklichkeit gelten.

‚Realismus‘ steht für den Versuch, etwas von der Welt einzufangen, so wie sie ist. Aber wie ist sie? Im Kalten Krieg um die richtige Weltsicht wurde am Realismus-Begriff gezogen, bis wenig davon blieb. Diente er dem Westen mal als Garant von Objektivität, mal als Feindbild der Abstraktion, nutzten ihn sozialistische Kulturapparate zur Forderung eines ‚wahrheitstreuen‘ Gesellschaftsbildes. Auch wenn diese Auffassungen durchaus nachleben, sowohl der politische wie der erkenntnistheoretische Wert des ästhetischen Realismus sind heute fraglich. Antirepräsentationalisten wie Richard Rorty sehen tief am Grunde der Realität nichts als das, was wir selbst dort hin gelegt haben. Kein Wort, Buch oder Bild kann für sie wahrer und wirklicher sein als ein anderes. Ob etwas nur so aussieht wie es aussieht, oder so aussieht wie sie auch wirklich ist, interessiert sie weit weniger als wie man dahin kommt, möglichst viele Wirklichkeiten gelten zu lassen und die eine oder andere vielleicht zu ändern.

Wir zeigen künstlerische Positionen und Projekte, die Realitätsbezug suchen und herstellen, ohne Realismus zu betreiben. Wirklichkeitsnähe bedeutet für sie weder Wahrheits- noch Darstellungstreue, sondern Gepflogenheiten im Sehen und Verstehen. Eingeschliffene Überzeugungen letztlich, von denen wir uns leiten lassen, wenn wir auf die Welt schauen. Überzeugungen, die uns Orientierung geben, solange wir ihnen folgen und die uns ins Schlingern bringen, wenn wir ihnen nicht mehr trauen. Genau das Misstrauen gegenüber eintrainierten Überzeugungen aber, wie herum die Welt nun eigentlich richtig aussieht, wie und mit welchem Ziel Realitäten organisiert und bebildert werden und wie man sich ihnen gegenüber kritisch positioniert, das hat im zweiten Nachwendejahrzehnt gesellschaftlich orientierte Kunst in Leipzig beschäftigt. Diese ist durchzogen von konzeptionellen Brüchen und Schnitten, die nicht daher rühren, dass Bild und Wirklichkeit auseinander fallen, sondern die soziale Verständigung über gemeinsame Wirklichkeiten.

Die rund 50 gezeigten Werke sind reich an Einflüssen. Der speziellen Leipziger Realismus-Tradition aus DDR-Tagen, gleich wie man diese auch politisch einschätzt, folgten die gezeigten Künstlerinnen und Künstler methodisch nicht. In sofern zeigt die Ausstellung auch die Abkehr von einem lokalen Modell kritischen Gesellschaftsbezugs, das der ‚Leipziger Schule‘ der Siebziger Jahre ihre Brisanz gab. Nach dem Mauerfall steht deren fortdauernde Bildsprache jedoch eher für eine Kunst der Innerlichkeit, nicht der sozialen Orientierung.

Teil 3: Issues of Empathy

ANTIREPRESENTATIONALISM folgt dem Vorschlag des amerikanischen Philosophen Richard Rorty, wir sollten unser Streben nach Wahrheit und Objektivität eintauschen gegen die Fähigkeit zur Empathie und eine Leidenschaft für sozialen Fortschritt. Die ersten beiden Teile der Ausstellungstrilogie wollten zeigen, dass wir weder die Geschichte noch die Wirklichkeit einfach nur vorfinden, fertig und unverrückbar.

Denn beide hängen von der Perspektive ab, die wir einnehmen. Sie sehen anders aus, je nachdem von wo man schaut. Dass verschiedene Bilder der Welt in der wir leben gleich richtig sind, daraus zieht ISSUES OF EMPATHY die Konsequenz, die auch Richard Rorty zog: Statt uns zu sorgen, ob unserer Repräsentationen der gesellschaftlichen Realität mit dieser auch übereinstimmen, sollten wir uns lieber darum sorgen, wie diese Gesellschaft solidarischer wird als sie derzeit ist.

Empathie ist die Fähigkeit, uns in die Position und die Gefühle eines anderen Menschen hinein zu versetzten und die Welt aus dessen Sicht zu sehen. Dieses Einfühlungsvermögen galt Rorty als Voraussetzung jedes solidarischen Gemeinwesens. Unsere Empfindsamkeit zu trainieren, uns gegen das Leiden anderer aufzubringen und unsere sozialen Hoffnungen zu mobilisieren, war für ihn das einzig politisch relevante Projekt einer zeitgemäßen Philosophie. Für die Kunst könnte gleiches gelten. ISSUES OF EMPATHY spürt dieser Empfindsamkeit in einer historischen Situation nach, in der auf die massenhafte Mobilisierung sozialer Hoffnung 1989 allmählicher Perspektivverlust sowohl im Privaten als auch im Öffentlichen Leben gefolgt war: Leipzig im zweiten Jahrzehnt nach der Friedlichen Revolution.

Die Kunst, die wir zeigen, notiert die zunehmende Entsolidarisierung der Menschen in Ost- wie in ganz Deutschland. Selten tut sie es direkt, die Sujets und Orte liegen oft anderswo. Belgisch-Kongo, das urbane Athen, die Stilisierung der RAF, ein Berliner Stricherkino, Wunschproduktion im Internet. Im Überblick zeigt sich aber, so unsere Hypothese, wie genau diese Künstlergeneration die mentalen und die emotionalen Risse im Sozialen verzeichnet, die das zweite Nachwendejahrzehnt durchziehen. Nachdem der real existierende Sozialismus die Solidarität verriet, der er sich verdankte, und der Spätkapitalismus nicht einmal merkte, dass er auf gar kein Gemeinwesen mehr rekurrierte (drum seine Krise), blieb die Frage offen, welche Perspektive eine gesellschaftlich orientierte Kunst einnehmen könnte.

Vielleicht eine Perspektive der Nähe ohne Überbau. Eine Position geteilter Unsicherheit und Skepsis wie auch geteilter Sehnsucht. Die Nähe zu anderen, die Nähe zu einer Gemeinschaft, die Nähe zu Standpunkten, die gar nicht die eigenen sind, brauchen kein ideologisches Hinterland. Man fühlt sie oder man fühlt sie nicht. Solidarität, so Rorty, lässt sich nicht verordnen. Von keinem politischen Regime und von keiner philosophischen Ethik. Aber die Begengnung mit Literatur, Musik, Kunst, erlaubt und trainiert Gefühle solcher Nähe am Modell, im Schutzmantel ästhetischer Erfahrung. Der Schritt aus der Ästhetik in gelebte Solidarität bestünde darin, diese Erfahrung zu politisieren, was soviel hieße wie der eigenen Fähigkeit zur Empathie eine gesellschaftliche Dimension zu geben.

Alexander Koch
September 2009/Januar 2010

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2009

Partizipatorischer Minimalismus: Franz Erhard Walther

KOW Berlin

Mit Franz Erhard Walther, kuratiert von Alexander Koch und Nikolaus Oberhuber

KOW ISSUE 1 zeigt mit der Elfmeterbahn von 1964 eines der prominentesten Objekte aus Franz Erhard Walthers 1. Werksatz - der ein Klassiker der deutschen Nachkriegskunst wurde - und zeichnet die Geschichte seiner Gebrauchsformen nach. Walther schlug damals vor, Kunst nicht unabhängig von ihrer Verwendung durch eine Öffentlichkeit zu denken und dieser eine Mitautorschaft an der Form und Bedeutung von Kunstwerken zuzusprechen. Er wurde ein früher Vertreter prozessualer und partizipatorischer Kunst.

Noch immer ist Walthers Vorschlag ein Gegenentwurf zum aktuellen Kunstgeschehen, das den ästhetischen wie auch den ökonomischen Wert eines Werkes in der Regel in dessen … weiterlesen

2004

Der Sprung im Wasserglas. Verfahren im Raum

Kunstraum B/2, Leipzig

Mit Peggy Buth, Chat, Bertram Haude, Evelyn Jahns, Stephanie Kiwitt, Hans-Christian Lotz, Thomas Lüer, Regine Müller-Waldeck, Julius Popp, Michael Schade, Sascha Schniotalla, Tina Schulz, Andreas Schulze, Jens Volz, Christoph Weber, Clemens von Wedemeyer, Arthur Zalewski, kuratiert von Alexander Koch und Ulrike Kremeier

Die Konstruktion von Raum ist elementare Praxis, als grundlegende Kategorien alltäglichen Lebens ebenso wie in der künstlerischen Produktion. Die Weisen der Konstruiertheit des Räumlichen sind Konstitutiven der Wahrnehmung von Identität und Differenz. Raum schaffen meint, die relationalen Gefüge bestimmen, in denen soziale, diskursive , urbane, ästhetische Wirklichkeit wie auch deren Repräsentation stattfindet: Dispositive subjektiven und gesellschaftlichen Handelns. … weiterlesen

Galerie Jocelyn Wolff Paris

2003

Galerie Jocelyn Wolff Paris

Wir machten unsere ersten Ausstellungen mit Künstlern wie Clemens von Wedemeyer, Christoph Weber, Ulrich Polster, Julius Popp, Prinz Gholam und Norbert Bisky, mit denen ich in Leipzig und Berlin schon zuvor verbunden war. Es war eine sehr fruchtbare Zeit und Zusammenarbeit. 2007 zog ich mich aus dem Projekt zurück. Jocelyn Wolff brachte mich dann mit Nikolaus Oberhuber zusammen – gemeinsam gründeten wir dann KOW in Berlin.

https://www.galeriewolff.com

2002/2003

be creative! Der kreative Imperativ

Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Projektleitung: Beatrice von Bismarck, Alexander Koch und Marion von Osten (Leipzig, Berlin, Zürich) Mit Sabine Falk, Britt Schlehahn, Sascha Schniotalla, Inga Schwede, Spector cut+paste, Regine Mueller­-Waldeck, Juliane Wenzl, u.a.

Kreativität wird heute von diversen gesellschaftlichen Institutionen und Interessengruppen als ein zentrales Vermögen ­zunehmend aber auch als eine zentrale Anforderung ­ in entscheidenden Bereichen des privaten wie beruflichen Lebens dargestellt. Ob in Lifestyle­Magazinen, in Managementkonzepten oder bei der Umstrukturierung der Arbeitsmarkt­ und Bildungspolitik: Kreativität ­ als eine von jedem Menschen aktivierbare individuelle Ressource ­ wird konstruiert als ein Versprechen darauf, das eigene Glück und den persönlichen Erfolg selbst in die Hand nehmen zu können ­ und zu müssen. Ich­ AG … weiterlesen

2002

Kunst im Verhältnis zur Konstruktion von Arbeit

Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Mit Clemens von Wedemeyer, Juliane Wenzl, Ingo Vetter, Annette Weiser, Michaela Schweiger, Alice Creischer, Andreas Siekmann, Regine Müller­ Waldeck, Marion von Osten, Fath Wilding

Das produktivistische Verständnis von „Arbeit“ wird in den letzten Jahren zunehmend durch einen Arbeitsbegriff ersetzt, der konzeptionelle Prozesse, kreatives Denken und persönliche Flexibilität in den Mittelpunkt rückt. In dem Maße wie dabei die Selbstverwaltung der eigenen Arbeitskraft zur Schlüsselqualifikation wird, gewinnen künstlerische Arbeitsprozesse Vorbildfunktion für ökonomische Zusammenhänge. Die Ausstellung und die sie begleitenden Veranstaltungen, die sich aus der Zusammenarbeit von Andreas Siekmann mit dem /D/O/C/K Projektbereich entwickelten, stellten Fragen nach den Konsequenzen einer solchen Verschiebung innerhalb der „Konstruktion … weiterlesen

2002

KUNST VERLASSEN #1 / Gestures of Disappearance

Galerie der HGB Leipzig

Mit Arthur Cravan, Lee Lozano, Bas Jan Ader, Chris Burden

Mit KUNST VERLASSEN #1 / Gestures of Disappearance realisiert Alexander Koch als freier Kurator für die Galerie der HGB eine historische Themenausstellung, die vier internationale KünstlerInnen vorstellt und diskutiert, Arthur Cravan (1887–­1918 ?), Lee Lozano (1930–­­1999), Bas Jan Ader (1942­–1975) und Chris Burden (*1946).

Die Ausstellung zeichnet die Gesten und Haltungen von vier DeserteurInnen nach, die im politischen Klima der 1910er sowie der späten 1960er und frühen 70er Jahre die Festschreibungen der eigenen künstlerischen Handlungsräume aus der Fassung brachten. Ihr Handeln hatte dabei Anteil an der Sichtbarwerdung jener Zonen und Augenblicke, an deren Rändern die Kunst auszufransen beginnt. Aus retrospektiver Sicht sucht die … weiterlesen

2001

Levels #4

Galerie im Parkhaus Berlin

Mit Arthur Zalewski und Jean Luc Godard, Herbert Bayer, Catherine David, Beatrice von Bismarck, kuratiert von Alexander Koch

Dem Medium Ausstellung sind stets historische, institutionelle und architektonische Imperative immanent. Diesen begegnete die Ausstellungsproduktion »Levels #4 – Arthur Zalewski«, indem sie den Ausstellungsraum der Galerie im Parkhaus Treptow, Berlin, als einen spezifisch codierten Handlungsraum zu formulieren suchte, in dem sich verschiedne Techniken und Taktiken der Inszenierung und der Exponierung abbilden ließen – und mit diesen zugleich auch die wechselseitigen Erwartungshaltungen und Rollenzuschreibungen innerhalb des Akteursvierecks Künstler-Kurator-Publikum-Institution.

Arthur Zalewski wurde von mir eingeladen als ein Künstler … weiterlesen

2001

Local Motion

Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Mit Frank Berger, Helmuth Berking, Nathan Coley, Waltraud Kokot, Martina Löw, Gitte Villesen, kuratiert von Alexander Koch, Stefanie Sembill und Tilo Schulz

Globalisierung. Kaum ein Schlagwort verkörpert besser, was den gesellschaftlichen Wandel der vergangenen Jahrzehnte auszeichnet. Kaum ein Thema, das den visionären, den kulturkritischen und den reaktionären Entwürfen einer Welt von Morgen gleichermaßen als Projektionsfläche dient. In populären Metaphern wie McDonalds und Madonna, Cyberspace und E-Commerce, treffen Ängste und Utopien aufeinander. In ihnen erscheint die Globalisierung als eine Dynamik der Entgrenzung, die alle Lebensbereiche erfasst: physische Räume und Körper werden überwunden, kulturelle Unterschiede nivelliert, Märkte und Waren, Identitäten und Menschen sind jederzeit an jedem Ort … weiterlesen

2000

Unsquare Dance

Galerie Eigen+Art Leipzig

Mit Antje Blumenstein, Marcel Bühler, Oliver Croy, Thomas Fißler, Achim Kobe, Karsten Konrad, Ute Lindner, Thomas Lüer, Barbara Steppe, Tilo Schulz, Ulrike Kremeier

Auf Einladung der Galerie Eigen+Art wurde ein Projekt konzipiert, das mit den Gewohnheiten der gängigen Ausstellungspraxis bricht. UNSQUARE DANCE verweigert sich den klassischen Standards und bringt in vier Schritten das Format der kuratierten Galerie- und Gruppenausstellung in Bewegung : Neun sehr unterschiedliche künstlerische Positionen aus Dresden, Leipzig und Berlin lassen sich auf ein Experiment im Spannungsfeld zwischen künstlerischer und kuratorischer Praxis ein. Im UNSQUARE DANCE riskierten sie auf 90 qm mit rund 40 Bildern, Objekten und Installationen die Kollision divergierender thematischen und ästhetischen Felder, um zusammen mit dem … weiterlesen