{"id":437,"date":"2020-10-03T15:09:15","date_gmt":"2020-10-03T13:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/alexanderkoch.info\/?p=437"},"modified":"2025-10-26T07:38:18","modified_gmt":"2025-10-26T06:38:18","slug":"stell-dir-vor-nein-danke-zur-krise-der-vorstellungskraft-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/stell-dir-vor-nein-danke-zur-krise-der-vorstellungskraft-2020\/","title":{"rendered":"Jedem Auftrag wohnt mindestens ein B\u00fcrger inne (Zur Krise der Vorstellungskraft)"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"font-weight: 400;\">Das h\u00f6chste Gut einer Gesellschaft ist ihre Vorstellungskraft. Denn was sie sich nicht vorstellen kann zu sein, das wird sie auch nicht werden. Was sie nicht f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, wird nicht geschehen \u2013 zumindest solange nicht, bis sich das, was vorstellbar ist, verschiebt. Gesellschaftlicher Wandel ist wesentlich eine Entwicklung der kollektiven Einbildungskraft, eine Aus- und Umgestaltung des sozialen Imagin\u00e4ren.<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses Imagin\u00e4re ist ohne die Formen und Stimmen der Kunst und Kultur nicht denkbar, mehr noch: was ist die kollektive Einbildungskraft einer Gemeinschaft von Menschen anderes, als\u00a0<em>ihre<\/em>\u00a0<em>Kultur<\/em>?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Neuen Auftraggeber sind ein Weg, am Vorstellbaren zu arbeiten und dessen Grenzen zu erweitern. Indem B\u00fcrger*innen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten K\u00fcnstler*innen damit beauftragen, neue Werke zu entwickeln, die unmittelbar ein St\u00fcck ihres Lebensumfeldes ver\u00e4ndern oder starke inhaltliche Zeichen setzen, werden neue Dinge m\u00f6glich, neue Perspektiven denkbar, der Raum des Vorstellbaren weiter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Teilhabe f\u00fchrt nicht per se zu\u00a0Gemeinsinn<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kultur und Politik demokratischer Gemeinschaften entspringen der gleichen Fantasie, dass freie und gleichberechtigte Menschen in geteilter Verantwortung ihre Welt zusammen in den Griff kriegen. Augenscheinlich hat diese Fantasie Schaden gelitten und ist mancherorts verschwunden. Die Formen politischer wie auch kultureller Repr\u00e4sentation k\u00f6nnen den Glauben nicht l\u00e4nger mobilisieren, dass Wenige Viele angemessen vertreten. Gleichzeitig entsteht eine ungekannte Vielfalt neuer Formen der individuellen und kollektiven Selbstvertretung, die nach Wegen der eigenen Institutionalisierung (und Macht) suchen, und nach einem methodischen Upgrade von Mitsprache und Teilhabe, die der demokratischen Fantasie Leben einhauchen \u2013\u00a0oder auch anderen Fantasien.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Dilemma besteht darin, dass der Wunsch nach mehr Mitbestimmung Akteure und Methoden quer durch das politische Spektrum antreibt und damit nicht per se auf mehr Gleichheit und weniger Gewalt hinausl\u00e4uft. Demokratien bestehen aus Leuten mit allen m\u00f6glichen mentalen und moralischen Couleurs, und aus dem Wettbewerb, welche Couleur sich wohl durchsetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier kann die Kunst Verantwortung \u00fcbernehmen, demokratische Fantasien zu mobilisieren. Im Wettbewerb der Mentalit\u00e4ten k\u00f6nnen, und m\u00fcssen, sich b\u00fcrgerschaftliche Auftragsprojekte der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung stellen, ihre Gemeinn\u00fctzigkeit selbst begr\u00fcnden, Mehrheiten bilden, Nachbarn und Politik \u00fcberzeugen. Dabei k\u00f6nnen Projekte der Neuen Auftraggeber in das Dilemma geraten, dass einige wenige B\u00fcrger*innen Prozesse ansto\u00dfen, deren Folgen eine gr\u00f6\u00dfere Gemeinschaft betreffen, ohne repr\u00e4sentativ zu sein oder kollektiv entschieden. Das Engagement Einzelner als Motor f\u00fcr die Vorstellungskraft Vieler? Vor dieser Frage muss sich jedes Projekt rechtfertigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Partizipation versus Vertrauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir lesen viel dar\u00fcber, die Menschen w\u00fcrden der Politik, bzw. ihren Vertreter*innen, nicht mehr vertrauen. Wir lesen weniger dar\u00fcber, dass Politiker*innen, aber auch viele andere Akteure aus der Kultur-, Beh\u00f6rden-, Stiftungs- und Wirtschaftslandschaft der Bev\u00f6lkerung nicht vertrauen. Dabei k\u00f6nnte eben darin ein weiteres Dilemma der gesellschaftlichen Vorstellungskraft liegen: die wechselseitige Skepsis, ob man den anderen ernst nehmen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Teilhabebegriffe \u2013 der Kunstsektor spricht eher von Partizipation \u2013 beinhalten oft wenig Umverteilung von Entscheidungsmacht. B\u00f6se Zungen sagen, die meisten Partizipationsangebote an B\u00fcrger*innen sind Top-Down abgestellte Mitmachcontainer, in denen B\u00fcrger*innen entlang festgelegter Regeln veranstaltet, statt erm\u00e4chtigt werden. Wenn Menschen das sp\u00fcren, meiden sie solche Container. Schenkt man ihnen mehr vertrauen und mehr Macht, kann es sein, dass sie den Container auseinandernehmen. Die Krise der Repr\u00e4sentation hat einiges mit der Furcht vor den disruptiven Energien zu tun, die sich einstellen k\u00f6nnen, wenn B\u00fcrger*innen mehr echte Mitsprache erhalten. Ohne diese Mitsprache aber schwindet das Vertrauen in Repr\u00e4sentationsapparate. Ein Teufelskreis?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Neuen Auftraggeber versuchen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. In moderierten Bottom-Up-Prozessen wird B\u00fcrgergruppen ein Handlungsmodell angeboten, in dem sie nicht nur mitmachen, sondern selbst Entscheidungstr\u00e4ger sind und dabei unterst\u00fctzt werden, finanzielle, k\u00fcnstlerische und politische Ressourcen f\u00fcr ihre Anliegen zu aktivieren und zu nutzen, um den eigenen Vorstellungen, oft auf ungew\u00f6hnlichen Wegen, ungesehene Gestalt zu geben. Gl\u00fcckt das, entsteht neues Vertrauen zwischen B\u00fcrgerschaft und Politik, Engagement und Verwaltung, \u201ekulturellen Eliten\u201c und \u201eExperten des Alltags\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Investitionen sind nicht gleich Innovationen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einer der wirksamsten Glaubenss\u00e4tze von Fortschrittsgesellschaften ist die Forderung nach Innovationen. M\u00e4rkte brauchen Neues. Aber wenn es um politische und kulturelle Innovationen geht, macht Neues Angst. Das mag nicht gleich einleuchten. Sehen wir es uns an: Innovationen brauchen Vorabinvestitionen und Zuversicht in den k\u00fcnftigen Nutzen, gleich Erfolg. Aber kultureller Nutzen und Erfolg sind bekanntlich schwer messbar, und im Zweifelsfall kann man sehr verschiedener Meinung sein, was wem n\u00fctzt und wie. Institutionelle F\u00f6rderinstrumente im kulturellen Sektor gehen in aller Regel mit harschen b\u00fcrokratischen Reglements einher, denen nicht jeder gewachsen ist. Sie schlie\u00dfen das m\u00f6gliche Engagement vieler Menschen aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor allem schlie\u00dfen sie mit ihren Zielvorgaben aus, dass Innovationen eine Chance haben, \u00fcberhaupt zu entstehen. Gerade \u00f6ffentliche Ausgaben m\u00fcssen sich vor der Gemeinschaft begr\u00fcnden lassen \u2013 aber zugleich sind die methodischen Schritte und Spr\u00fcnge, die echte Neuerungen ben\u00f6tigen, ohne eine relativ ergebnis-, und prozessoffene Bereitstellung von Ressourcen, kaum zu haben. So folgt viel Kunst und Kultur vorgenormten Handlungsmustern und reproduziert Standards, statt neue zu setzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die offenen Prozesse in den B\u00fcrgerauftr\u00e4gen der Neuen Auftraggeber k\u00f6nnen solchen Standards nicht folgen. Dabei h\u00e4ufen sich die Dilemmata. Wo Projektszenarien nicht festgelegt sind, Zeitabl\u00e4ufe nicht fixierbar, ja K\u00fcnstlerauswahl und Budgetanforderungen lange unbekannt sind, weil all dies erst im Laufe der Projektentwicklung mit den B\u00fcrger*innen entsteht, ist Planungssicherheit ein Fremdwort und \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung Anfangs schwer zu bekommen. Die F\u00f6rderung der Neuen Auftraggeber durch die Kulturstiftung des Bundes bildet hier eine Ausnahme von der Regel, die von Innovationsgeist ebenso angetrieben ist wie durch Risikobereitschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Blick auf die 500 Projekte, die bislang im internationalen Netzwerk der Neuen Auftraggeber entstanden, zeigt, dass vielen von ihnen tats\u00e4chlich innovativer Charakter zukommt, sozial oder \u00e4sthetisch, oder beides. Der gleiche Blick zeigt aber auch, dass viele Projekte erst durch ungew\u00f6hnliche Allianzen m\u00f6glich wurden, und sich erst im Nachhinein als kluge Investitionen in gesellschaftlichen Zusammenhalt erwiesen, \u00fcber deren Erfolg man zuvor nur h\u00e4tte spekulieren k\u00f6nnen. Innovationen sind unabsehbar, sie brauchen Raum. Zumal in b\u00fcrgerschaftlichen Teilhabeprozessen sind sie kaum steuerbar \u2013\u00a0so w\u00fcnschbar sie sind. Dass stellt viele F\u00f6rderer und Partner vor Herausforderungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Unbekanntes kennt man nicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hinter alldem liegt ein tieferes, grundlegenderes Dilemma in der Krise der gesellschaftlichen \u2013 oder mindestens der demokratischen \u2013 Vorstellungskraft. Es ist der simple Umstand, dass man das Unbekannte nunmal nicht kennt, aber braucht, um voranzukommen, w\u00e4hrend man Angst hat, vielleicht am falschen Ende rauszukommen. Die beste mir bekannte Metapher f\u00fcr diesen Umstand ist Richard Rorty\u2019s Unterscheidung zwischen dem (politisch) Sch\u00f6nen und dem Erhabenen, das wir getrost mit dem \u00e4sthetisch Sch\u00f6nen und Erhabenen verkn\u00fcpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als\u00a0<em>Sch\u00f6n<\/em>\u00a0bezeichnet Rorty\u00a0unsere Anstrengungen, innerhalb gegebener Verh\u00e4ltnisse \u201eeine immer bessere, also auf ein menschenfreundlicheres Leben zielende Umordnung jetzt bestehender menschlicher Beziehungen und Institutionen anzustreben\u201c. Bestrebungen also, in einem gegebenen Ganzen die Dinge so anzuordnen, dass sie besser aussehen als bisher. Demgegen\u00fcber bezeichnet Rorty das\u00a0<em>Erhabene\u00a0<\/em>als \u201edie Suche nach Menschen und Institutionen von einer Art, \u00fcber die wir keinerlei Einzelheiten angeben k\u00f6nnen, weil sie frei von Bedingungen sind, die wir uns noch nicht wegdenken k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/FDD3FFB6-D0E4-4B35-B313-5A44A2902677#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier scheint das Dilemma offensichtlich, und kommt auf einen entscheidenden Punkt: Kommen wir mit dem Statut Quo nicht weiter, m\u00fcssen \u00c4nderungen her. Wenn kulturelle Teilhabe nach Wegen sucht, sich demokratisch zu erneuern, und dabei die qualitativen Anspr\u00fcche von B\u00fcrger*innen und die von Kulturproduzent*innen gleicherma\u00dfen zu ber\u00fccksichtigen und zu w\u00fcrdigen sind, wird das Modell der Neuen Auftraggeber eines unter anderen, das zu diskutieren ist. Nimmt man es einmal ernst, verlangt es aber nicht nur nach \u201eInstitutionen von einer Art, \u00fcber die wir keinerlei Einzelheiten angeben k\u00f6nnen, weil sie frei von Bedingungen sind, die wir uns noch nicht wegdenken k\u00f6nnen.\u201c Wir k\u00f6nnen uns auch die Bedingungen noch nicht wegdenken, die B\u00fcrger*innen heute und seit Jahrhunderten daran hindern, eine aktive, statt nur passive, Rolle in der zeitgen\u00f6ssischen Kulturproduktion zu spielen \u2013\u00a0zum Beispiel als Auftraggeber neuer gemeinn\u00fctziger Kultuzrg\u00fcter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Umordnung der Repr\u00e4sentation<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Folgen wir der Rortyschen Metapher, w\u00e4re das Erhabene \u2013\u00a0einst eine Schl\u00fcsselkategorie im \u00e4sthetischen wie im politischen Diskurs der Moderne \u2013 eine innovative Anordnung von Dingen, die wir nicht wirklich verstehen k\u00f6nnen, innerhalb eines neuen Ganzen, das wir noch nicht kennen. Eine Welt aus Menschen, Institutionen und Beziehungen, die wir uns noch nicht vorstellen k\u00f6nnen. An dieser Stelle \u00fcberlagern sich heute politische, kulturelle und \u00e4sthetische Diskurse und auch Praxen, die nach einer Vorstellungskraft fragen, oder sie hervorzubringen versuchen, die aktuelle Krisen- und Misstrauensgef\u00fchle \u00fcberwinden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch da sich das Unbekannte nicht planen, das Unvorstellbare nicht konzipieren und beantragen, das Disruptive nicht kontrollieren, und die Zukunft nicht vorwegnehmen l\u00e4sst, kollidieren an dieser Stelle die Einsicht, dass sich manches \u00e4ndern muss im repr\u00e4sentativen Mit- und Nebeneinander demokratischer Verfahrensweisen, mit der Sorge und der institutionellen Vernunft, dass das kollektive Imagin\u00e4re eine schwer steuerbare kulturelle Gr\u00f6\u00dfe ist. Seine Wendungen sind umso ungewisser, je mehr man es dereguliert, und gleiches gilt f\u00fcr seine Formen der (Selbst-)Repr\u00e4sentation. Muss Demokratie das aushalten? Freilich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit die Neuen Auftraggeber vor 30 Jahren in Frankreich erfunden wurden, und seit sie sich nun auch in Deutschland als Kulturtechnik verankern, liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, dem Unbekannten, Disruptiven, ja auch dem Nicht-Repr\u00e4sentativen eine allgemein verst\u00e4ndliche Gestalt zu geben, die zutiefst demokratisch ist. Jedem seine Stimme. Der Gemeinschaft ihre Formen, f\u00fcr die sie sich selbst entscheidet. Und den K\u00fcnstler*innen ihre Chance, sich in den gesellschaftlichen Prozess gestaltend einzubringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kann\u2019s Kunst?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist \u00fcbergriffig, K\u00fcnstler*innen zu sagen, was sie tun und leisten sollen. Und es ist \u00fcbergriffig, von der Kunst zu erwarten, Probleme zu l\u00f6sen, die andere haben. Aber. Die Geschichte der Zivilisationen, wo sie sich durch Kunst vermittelt, ist eine Geschichte dessen, was sich je vorstellen lie\u00df als Bild von sich selbst, als Beziehung zum Anderen und zu der Umwelt, die alle umgibt. Als Vorstellungsproduktion waren die K\u00fcnste noch in jedem gesellschaftlichen Prozess elementar. Das gilt es, auch politisch, zu unterstreichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nehmen wir den Begriff der Wunschproduktion hinzu, kann der Kunst sehr wohl eine transformative Rolle auf dem Weg in ein Upgrade demokratischer Methoden und Fantasien zukommen. Nicht als Anforderungsprofil und gewiss nicht als Effizienz- und Erfolgskriterium. Aber vielleicht durchaus als ein Auftrag. Sowohl die Politik, als auch B\u00fcrger*innen und Organisationen der Zivilgesellschaft k\u00f6nnen durchaus der Kunst entgegentreten mit der Hoffnung, der Aufforderung, und dem Wunsch nach einem Imagin\u00e4ren, einem M\u00f6glichen, das unbekannte Wege findet auf der \u201eSuche nach Menschen und Institutionen von einer Art, \u00fcber die wir keinerlei Einzelheiten angeben k\u00f6nnen, weil sie frei von Bedingungen sind, die wir uns noch nicht wegdenken k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Neuen Auftraggeber, die Kunst im B\u00fcrgerauftrag, sie wachsen heute noch auf dem Boden besonderer Bedingungen, die einstweilen eine gesellschaftliche Ausnahme sind und keine Regel. Aber es ist den Gedanken wert, ob es nicht zur Regel, statt zur Ausnahme, werden k\u00f6nnte, dass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die K\u00fcnstler*innen ihrer Zeit als Kollaborateure f\u00fcr gemeinsame gesellschaftliche Projekte gewinnen k\u00f6nnen, die der gesellschaftlichen Vorstellungskraft hinzuf\u00fcgt, was auch immer Menschen denken, das n\u00f6tig sei und w\u00fcnschenswert \u2013 vorstellungswert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alexander Koch, 2020<br \/>\nErschienen in: <a href=\"https:\/\/issuu.com\/kulturstiftung_des_bundes\/docs\/ksb-magazin_nr34__issuu\">Magazin der Kulturstiftung des Bundes<\/a>, Halle 2020<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"applewebdata:\/\/FDD3FFB6-D0E4-4B35-B313-5A44A2902677#sdfootnote1anc\">1\u00a0<\/a>Richard Rorty: Die Sch\u00f6nheit, die Erhabenheit und die Gemeinschaft der Philosophen, Frankfurt am Main, 2000, S. 33<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Published in: Magazine #34, Dilemmata, German Federal Cultural Foundation, 2020<br \/>\nNo English text available. <\/p>\n<p>This issue of KSB Magazine tackled a difficult topic: Dilemmas that we find ourselves in time and time again. I was concerned with the following: Today&#8217;s forms of representation can no longer mobilize the belief that the few adequately represent the many. At the same time, new forms of self-representation are emerging that are looking for ways to institutionalize themselves (and gain power). The dilemma is that the desire for more co-determination beyond the usual representative processes is driving actors and methods across the political spectrum, from the far left to the far right, and thus does not per se amount to more public spirit and democratic esprit. This is a challenge for committed contemporary art. It must reposition itself.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":453,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"rop_custom_images_group":[],"rop_custom_messages_group":[],"rop_publish_now":"initial","rop_publish_now_accounts":[],"rop_publish_now_history":[],"rop_publish_now_status":"pending","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-437","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-texts","entry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.3","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":true},"en":{"title":true,"content":false,"excerpt":true}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=437"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":836,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437\/revisions\/836"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alexanderkoch.info\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}