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Alexander Koch

Vita

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Alexander Koch (*1973 in Altena, Westfalen) ist Kurator, Autor und Publizist. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf gesellschaftlich orientierter Kunst.

Ab 2007 baute er die Neuen Auftraggeber in Deutschland auf, ein Modell, in dem Bürgerinnen und Bürger Kunstwerke in Auftrag geben, für ihren Ort, ihre Gemeinschaft, ihre Anliegen. 2017 gründete er die gemeinnützige Gesellschaft der Neuen Auftraggeber, seither gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, 2023 deren internationalen Dachverband mit Sitz in Brüssel. 2021 wurde das Modell mit dem Zukunftspreis der Kulturpolitischen Gesellschaft ausgezeichnet. Von 2009 bis 2025 leitete er das Programm der von ihm mitbegründeten Berliner Galerie KOW, die international politische Kunst vertrat.

Koch studierte von 1994 bis 1999 Malerei, Fotografie und konzeptuelle Kunst an der HfBK Dresden und der HGB Leipzig. Von 2003 bis 2006 folgte ein Postgraduiertenstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Als Autor entwickelte er ab 2002 eine Theorie und Geschichtsschreibung des Ausstiegs aus der Kunst und legte seither grundlegende Texte zur gesellschaftlichen Rolle und zu den Grenzen des Kunstbetriebs vor. An der HGB Leipzig lehrte er und gründete mit Beatrice von Bismarck einen der ersten Studienbereiche für kuratorische Praxis, einen Vorläufer heutiger Curatorial-Studies-Programme. Als Kurator realisierte er über 100 Ausstellungen, viele in enger Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern wie Santiago Sierra, Candice Breitz, Hiwa K, Chto Delat, Katharina Grosse, Renzo Martens, Barbara Hammer und Franz Erhard Walther. 2003 war er zudem Mitbegründer der Galerie Jocelyn Wolff in Paris.

Neben der kuratorischen Arbeit hält er Vorträge, berät Institutionen und Projekte und bringt seine Themen in Podcasts einer breiteren Öffentlichkeit nahe. Mitte der 2010er Jahre arbeitete er auf dem afrikanischen Kontinent, unter anderem mit dem Goethe-Institut, und engagierte sich anschließend auch kulturpolitisch in Deutschland. An Mario Pfeifers Film „Zelle Fünf“, 2023 mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet, war er als Dramaturg beteiligt. 2022 erschienen erste Auszüge seines literarischen Debüts, der Erzählung „Der letzte Tag des Jahres“, in der er den Tod einer Freundin und seine eigene Nahtoderfahrung verarbeitet.